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Die Hex von Dasenstein
Die Geschichte um die stilistische Hex auf der markanten Flasche

Das Dorf Kappelrodeck liegt wie gesagt im Tal der Acher, im Nordschwarzwald und ist eingesäumt von steil aufragenden Weinbergen. Auf der einen Hangseite thront stolz seit dem 12. Jahrhundert die Burg der Röder von Rodeck, ein uraltes Grafengeschlecht. Und in den gegenüberliegenden Rebhängen auf etwa gleicher Höhe liegt wie von Riesenhand hingeworfen, der Dasenstein. Ein mächtiger, zerklüfteter und wollsackverwitterter Granitfelsen. Und zwischendrin das malerische Fachwerkdorf Kappelrodeck.

Auf der Burg derer von Rodeck, wuchs vor vielen hundert Jahren ein wunderschönes Burgfräulein heran. Und dieses verliebte sich, wie sollte es auch anders sein, in einen schmucken Burschen aus dem Dorf  im Tal. Dies blieb dem gestrengen Vater oben auf der Burg nicht verborgen und dieser geriet ob der unstandesgemäßen Hormonwallungen seines Töchterchens in höchstritterlichen Zorn und verlangte die sofortige Beendigung der Beziehung.

Nun wurde ihrerseits aber die pubertäre Prinzessin pampig und erklärte ihrem autoritären Erzeuger, daß sie emanzipiert genug sei, um sich ihren zukünftigen Beschäler selbst auszusuchen. Worauf dessen Geduld erschöpft war und er vom Hausrecht Gebrauch machte und die renitente Göre kurzerhand aus dem Schloß hinauswarf. Diese wandte sich unverzüglich dem Tal zu, um ihrem jugendlichen Helden um den Hals zu fallen.

Doch dort,  oh Schreck, wartete neues Ungemach auf die Burgschöne.

Ihr Ziel geschlechtlicher Begierde hatte sich mittlerweile anderweitig umgeschaut und festgestellt, daß es auch im Tal schöne Mädchen gibt, die gerne eine Nacht im Heu verbringen. Jetzt war aber guter Rat teuer. Der Liebste wollte sie nicht mehr und auf die Burg zurück konnte sie nicht mehr.

In ihrer Verzweiflung irrte das Burgfräulein durch die Weinberge, bis sie zum Dasenstein kam. Im zerklüfteten Felsen fand sie einen Unterstand, wo sie sich notdürftig einrichtete. Und wie so oft im Leben wurde aus einem Provisorium eine ständige Einrichtung und die Jahre gingen ins Land. Aus dem schmucken Mädchen wurde immer mehr eine schrullige Alte, wie es nunmal den meisten weiblichen Wesen ergeht, wenn die Sehnsucht der Hormone keine adäquate Erfüllung erfährt. Auch soll sie immer launischer geworden sein und den Weinbauern gar manch bösen Streich gespielt haben. Und bald nannte man sie unten im Tal nur noch "die Hex vom Dasenstein". Eines Tages aber war sie spurlos verschwunden und keiner wußte wo sie abgeblieben war. Nur in klaren Vollmondnächten sieht man ein unruhiges Licht oben am Dasenstein hin und her wandern.

Als im Jahre 1937 ganz andere Geister im Achertal ihr Unwesen trieben, brauchte man einen zugkräftigen Namen, um das beste Erzeugnis des Tales besser vermarkten zu können. Und da kam der damalige Vorsitzende der Kappelrodecker Winzergenossenschaft auf die glorreiche Idee die gesamte Reblage "Hex Vom Dasenstein" zu nennen. Und von da an hat die "Hex" ihren Siegeszug um die ganze Welt angetreten.



Quelle: Ginas Allerlei
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